Donnerstag, 4. Dezember 2008
Datenschutzkonferenz: Geodaten und Informationsfreiheitsgesetz im Mittelpunkt
Der nun mögliche leichtere Zugriff auf Daten aus Kataster- und Grundbuchämtern droht sich nach Einschätzung von Datenschutzexperten auch auf Privatrechte der Bürger auszuwirken. "Wir sehen durchaus Probleme, die sich aus der Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten ergeben", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Datenschutzbeauftragter Karsten Neumann am Dienstag in Schwerin.
So ermögliche die Verknüpfung solcher Daten etwa mit dem Kaufverhalten der Hausbewohner Produktwerbung punktgenau auf die Hausnummer. "Das verspricht ein Milliardengeschäft", erklärte Neumann kurz vor Beginn einer zweitägigen Konferenz in Schwerin.
Von diesem Mittwoch an werden sich die Datenschutzbeauftragten der Länder dabei mit der Anwendung von Geodaten sowie mit der Nutzung des Informationsfreiheitsgesetzes befassen. Mecklenburg-Vorpommern hatte im Juli 2006 als eines der ersten Bundesländer ein Gesetz erlassen, das Bürgern mehr Auskunftsrechte gegenüber Behörden einräumt. Laut Neumann haben sich im ersten Jahr nach Inkrafttreten etwa 40 Bürger an ihn gewandt, um ihr Recht auf Auskunft gegenüber einer Behörde durchzusetzen. Das zunächst bis 2011 befristete Gesetz soll wissenschaftlich auf seine Wirksamkeit überprüft werden. Der damit beauftragte Greifswalder Professor für Öffentliches Recht, Michael Rodi, kündigte für Juni 2009 einen Bericht dazu an.
Das Landesgesetz für die Geodaten-Nutzung soll laut Neumann Anfang 2009 im Entwurf vorliegen. Noch seien sich Regierung und Parlament nur unzureichend über die möglichen Folgen bewusst. "Wir sehen bislang nur die Spitze des Eisbergs. Denn theoretisch sind künftig alle denkbaren Daten mit ganz konkreten Adressen verknüpfbar: Versandhaus-Bestellungen, Verkehrsdichte, Kriminalstatistik und vieles mehr", machte Neumann die Notwendigkeit datenschutzrechtlicher Regelungen deutlich.
Mitte November hatte der Bundestag einen einfacheren Zugriff auf Geodaten beschlossen und damit eine EU-Richtlinie umgesetzt. Die Gleichsetzung von Geodaten mit Umweltdaten hält Neumann dabei für fragwürdig. Laut Gesetz werden Informationen über Bodenbeschaffenheit, Wasserstände oder Siedlungsstrukturen künftig über ein zentrales Internetportal abrufbar sein. Die Daten sollen der Raumplanung und dem Umweltschutz ebenso zugute kommen wie Not- und Rettungsdiensten sowie den Herstellern von Navigationssystemen, hieß es.
[Quelle:(dpa) / (pmz/c't) 02.12.2008]
Weitere Infos:
http://www.informationsfreiheit-mv.de
http://geoportal.bkg.bund.de
Geodaten sind nicht persönlich.
Geomarketing als sichere Alternative zu personenbezogenen Analysen.
[Quelle: Ein Beitrag von Michael Herter, Geschäftsführer von infas GEOdaten im Bonner Wirtschaftsblog]
Geodaten beschreiben in codierter Form qualitativ wie quantitativ natürliche Objekte der realen Welt mit geographischem Bezug. Ein räumliches Referenzsystem (Koordinaten) ermöglicht jede physische Entität (Mensch, Stadt, Fluß) in ihrer Lage absolut oder relativ zur Erde zu beschreiben. Dies gilt auch für das räumliche Verhältnis der Entitäten zueinander (z. B. die Entfernung von A nach B).
Der Datenschutz findet nur bei der Verarbeitung personenbezogener Daten seine Anwendung. Dabei sind nach §3 Abs. 1 des BDSG personenbezogene Daten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person. Solche persönlichen Einzelangaben sind z. B. Familienstand oder Einkommen. Alle Geodaten, die Objekte wie Haus, Straße, Wohnviertel etc. beschreiben, sind zunächst einmal per Definition keine personenbezogenen Daten. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die Lage einer natürlichen Person beschrieben wird (z. B. durch GPS-Ortung).
Nun argumentierten aber Geodaten-Kritiker, dass man durch den Fortschritt der Informationsgesellschaft Geodaten wieder in eine Beziehung zu einer natürlichen Person setzen kann und dass dadurch Geodaten, bei denen es sich ursprünglich nicht um personenbezogene Daten gehandelt hat, in diesem Augenblick sehr wohl datenschutzrechtlich relevant würden. Gerne herangezogen wird dafür das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Volkszählung vom 15.12.1983, das da sagt: „Unter den Aspekten der modernen Datenverarbeitung gibt es kein belangloses Datum mehr“. Das Urteil bezog sich aber nie auf Geodaten, sondern immer noch ausschließlich auf persönliche Auskünfte, die für eine Volkszählung relevant sein sollten.
Das Grundprinzip von Geodaten lautet aber: Alle Objekte der realen Welt stehen in einem räumlichen Verhältnis zueinander. Laut Argumentation der Geodaten-Kritiker wird jedes Geodatum zu einem personenbezogenen Datum, sobald man es in Beziehung zu einer Person bringt. Beispiel: Das Luftbild selbst ist nicht personenbezogen. Sobald man eine Wohnortsadresse eingibt (geocodiert) und diese dann mit dem Luftbild zusammen anzeigt (z. B. in Google), dann handelt es sich bei dem Luftbild um ein personenbezogenes Datum. Was aber ist mit einem Waldstück? Oder einem Kanaldeckel? Auch diese Objekte können ins (räumliche) Verhältnis zu einer Person gebracht werden. Fachlich präzise formuliert müssten Geodaten per se personenbezogene Daten sein, da die Beziehung – nämlich die räumliche Referenz zueinander – durch das Koordinatensystem bereits von Anfang an besteht.
Und genau das führt eine Datenschutzdiskussion bei Geodaten ad absurdum. Geodaten, die nicht direkt die Lage einer Person beschreiben, können nicht personenbezogen sein. Und sie bleiben es auch. Das räumliche Verhältnis alleine reicht nicht aus, einen Personenbezug herzustellen. So sagt auch das Recht: Sachliche Verhältnisse einer Person sind z. B. Besitz, Versicherungen oder Vertragskonditionen – nicht aber die Relation zu anderen Objekten auf der Erde
1. Vielmehr speichern Geodaten i. d. R. öffentliche Informationen bzw. Informationen, die der Öffentlichkeit allgemein zugänglich sind und berühren von daher grundsätzlich nicht das Persönlichkeitsrecht.
2. Denn Personenbezug trifft nur zu, wenn eine Aussagekraft über die Individualität einer natürlichen Person besteht.
Fazit:
Geodaten speichern das räumliche Abbild der Welt – sie sind nicht persönlich.
Auch wenn sie eine Aussage über eine Person treffen können: Zum Beispiel zu deren Wohnumfeld. Ob damit Geodaten unter den Datenschutz fallen? Wohl eher nicht. Deshalb die Erfassung von Straßendaten nicht mehr zuzulassen? Wohl eher datenschutzrechtlicher Nonsens bzw. Populismus!
Leider verliert sich die Datenschutz-Debatte zunehmend in Unsachlichkeiten. Jüngst äußerste sich sogar der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSUFraktion, Wolfgang Bosbach, in der Tagesschau zum Thema: Geodaten selbst seien harmlos, aber wenn eine Verknüpfung mit einer Person hergestellt würde, dann entstünde ein Persönlichkeitsprofil, was einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstellen würde. Die Politik ergreift Partei und will den Bürger schützen - jetzt auch vor Geodaten. Paradox dazu das Handeln des Bundes, immer mehr persönliche Daten zu erfassen – und zwar echte: Von der Nasenform bis hin zu chronischen Krankheiten. Die Politik sollte sich eher fragen, was das eigentliche Ziel (Sinn & Zweck) des Datenschutzgesetzes war und ist. Nämlich der besondere Umgang mit schützenswürdigen persönlichen Daten, die eine Person in ihrem Persönlichkeitsrecht direkt beeinträchtigen können (§1 Abs. 1 BDSG). Darauf sollte der Fokus gelegt werden. Man könnte fast meinen, man möchte mit einer völlig unnötigen Geodaten-Diskussion von viel wesentlicheren Fragestellungen ablenken.
Apropos: Wolfgang Bosbach arbeitet in einer Rechtsanwalts-Kanzlei, Odenthaler Str. 213-215 in Bergisch Gladbach. Das Wohnquartier dort hat eine überdurchschnittliche Kaufkraft, in dem 2.477 Einwohner leben. Ganz schön persönlich, Herr Bosbach!
Geomarketing als Business-Kompass für den Unternehmenserfolg? - Oder die Frage nach dem WO!
Der Veranstalter infas GEOdaten GmbH und die Aussteller waren erfreut über das stetig steigende Interesse am Geomarketing und so konnten mehr als 500 Fachbesucher im ehemaligen Deutschen Bundestag in Bonn begrüßt werden. Eine große Anzahl von renommierten Firmen nutzt die Instrumente des Geomarketing zur zeitgemäßen Ausrichtung von Expansionsplanung, Produktion, Vertrieb und Marketing, sowie als übergreifendes Modul zur Steuerung von komplexen Geschäftsprozessen.
Doch ist Geomarketing wirklich ein Kompass für Erfolg?
Zum Einstieg wurden am ersten Konferenztag in vier verschiedenen Vorträgen detaillierte Informationen über die erfolgreiche Anwendung des Geomarketing angeboten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Verwendung von Adressdaten fanden alle vier Vorträge große Beachtung. Die Vorträge „Professionelles Adressmanagement“ (Deutsche Telekom), „Exklusive Europa-Marktdaten als Expansionsbasis“ (MB Research und Veranstalter infas GEOdaten), „Intelligentes Zielgruppenmanagement“ (Schober Information Group) und „Innovatives Geomarketing“ (LUTUM + TAPPERT und Microsoft) nahmen auch Bezug auf die aktuelle Entwicklung des Missbrauchs von Kundendaten bzw. deren seriöse Verwendung, als Bestandteil des Geomarketing. Mittels Geomarketing lassen sich verschiedenste unternehmerische Fragestellungen kartographisch darstellen – auf der Basis von Adressen.
Stellvertretend für ähnliche Aussagen in den anderen Vorträgen richtete Werner Tappert klare Worte an seine Zuhörer und unterstrich die seriöse und verantwortungsvolle Verwendung von Daten innerhalb der Branche zum Zwecke des Geomarketing. Er forderte zudem, dass Vertreter der Geomarketing-Branche in einer Kommission der Bundesregierung zur Verwendung von hochsensiblen Kundendaten deren korrekte datenschutzrechtliche Nutzung sicherstellen müssen.
Am zweiten Konferenztag hatten die Besucher die Auswahl zwischen 20 hochinteressanten Vorträgen mit Praxisbezug. Die Themenvielfalt spannte sich von Dialogmarketing, Mediaplanung, Marktforschung und Zielgruppenkommunikation über Planungsansätze für Expansion und Vertrieb bis hin zur Neukundengewinnung mittels Geoinformationssystemen. Viel Beachtung fand zudem der Vortrag des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Nikolaus Forgó aus Hannover, der die datenschutz- und urheberrechtlichen Rahmenbedingungen der Geomarketingbranche beleuchtete.
Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Teilnehmer des fünften Kompetenzforum Geomarketing die Ausführungen des Gastredners und Schirmherrn Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher. Als Mitglied des Club of Rome und Mitbegründer der Global Marshall Plan Initiative mahnt er unermüdlich mit den Ressourcen unseres Planeten verantwortungsvoll umzugehen und den Wohlstand gerechter zu verteilen. Beeindruckend beschrieb er die globalen Zusammenhänge der aktuellen Finanzkrise, deren Implosion für ihn nicht überraschend kam. Der weltweite Handel mit ungeheuren Mengen virtuellen – physisch nicht vorhanden – Geldes musste zwangsläufig in einer Krise enden.
Auch der zweite Gastvortrag des Tages von Dr. Norbert Blüm fesselte die Besucher. Nachhaltig forderte er mehr Gerechtigkeit in der Welt zum Wohle aller Menschen.
Die abschließende Betrachtung der zwei Kongresstage durch einen der Geschäftsführer des Veranstalters infas GEOdaten fasste die Perspektive für Anbieter und Anwender in einem Satz zusammen: „Geomarketing ist der Kompass für die interdisziplinäre Ausrichtung von Unternehmen Richtung Erfolg.“
(Quelle: infas GEOdaten GmbH)
Weitere Informationen:
www.komptenzforum-geomarketing.de
www.infas-geodaten.de
Donnerstag, 20. November 2008
Neue GfK-Kaufkraftstudie Europa
Nach den Ergebnissen der GfK-Studie stehen den europäischen Verbrauchern für das Jahr 2008 aus dem Haushalts-Nettoeinkommen etwa 8 Billionen Euro für Konsumausgaben zur Verfügung. Staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten sind hier inbegriffen.
Dies entspricht einer Kaufkraft beziehungsweise einem verfügbaren Einkommen von rund 12.500 Euro je Einwohner im Durchschnitt der 41 Studienländer. Die Spanne reicht aber von knapp 800 Euro je Einwohner in Moldawien bis zum gut 50-fachen in Liechtenstein (knapp 45.000 Euro je Einwohner). Die regional verschiedenen Preisniveaus sind dabei nicht berücksichtigt.
Interessant ist die zu beobachtende Tendenz, dass in den osteuropäischen Ländern die Städte oft die besten Kaufkraftgebiete sind. Hingegen sind in den großen westeuropäischen Märkten wie Deutschland oft Gemeinden, die nahe aber noch außerhalb der eigentlichen Ballungszentren liegen, die kaufkraftstärksten Regionen.
Die Studie GfK Kaufkraft Europa wird jährlich flächendeckend für 41 europäische Länder berechnet, bis zur Ebene der Gemeinden und Postleitzahlen. Die Studie 2008/2009 ist ab sofort auf neuestem Daten- und Gebietsstand, inklusive Daten zu Einwohnern und Haushalten, verfügbar. GfK GeoMarketing bietet ebenfalls passende digitale Landkarten für ganze Europa an.
International agierende Unternehmen brauchen möglichst genaue Vorhersagen, wie viel Geld in den Ländern zur Verfügung steht. Die GfK Kaufkraft Europa wird etwa zur internationalen Vertriebs- und Expansionsplanung, Filialnetzoptimierung oder dem Controlling eingesetzt.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.raumbezug.eu/ag/geomarketing.htm
www.gfk-geomarketing.de/kaufkraft_europa
(Quelle: geobranchen.de - 18.11.2008)
Dienstag, 18. November 2008
Bundestag beschließt am 13. November 2008 Geodatenzugangsgesetz (GeoZG)
Der Deutsche Bundestag hat am 13. November 2008 in seiner 187. Sitzung mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD das Geodatenzugangsgesetz (GeoZG) beschlossen.
Mit dem Gesetz wird eine Richtlinie (2007/2/EG) des Europäischen Parlaments umgesetzt, mit der eine europaweite Geodateninfrastruktur (INSPIRE-Richtlinie) geschaffen werden soll. Um die Geodaten zwischen den einzelnen Nutzern anwendbar und austauschbar zu machen, definiert die INSPIRE-Richtlinie konkrete Instrumente.
Dabei sollen unter anderem anhand von Geodatendiensten räumliche Daten im Internet gesucht und dargestellt werden können.
Das jetzt verabschiedete Geodatenzugangsgesetz (GeoZG) sieht vor, dass in Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger, die öffentliche Verwaltung sowie die Wirtschaft via Internet Zugriff auf Geo- und Metadaten zu deutschen und europäischen Umweltthemen erhalten sollen.
Damit werden z. B. Informationen über Bodenbeschaffenheit, Wasserstände oder Siedlungsstrukturen künftig über ein zentrales Internetportal abrufbar sein. Die Daten sollen der Raumplanung und dem Umweltschutz ebenso zugutekommen wie Not- und Rettungsdiensten und den Herstellern von Navigationssystemen.
Eine mündliche Debatte gab es nicht, die Reden wurden lediglich zu Protokoll gegeben.
Weitere Informationen unter:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/105/1610530.pdf
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/105/1610580.pdf
http://www.geobranchen.de/images/produkte/db_protokoll_16_187.pdf
(Quelle: geobranchen.de)
Montag, 17. November 2008
Einziges deutschsprachiges Buch über das weltweite Mapping-Projekt OpenStreetMap
In Teil I: Einführung, geben die Autoren einen Überblick über die Geschichte des Projekts, stellen den Begriff "frei" vor., En passant werden die Unterschiede von Geodaten in Vektor- und Rasterformat, die Verwandtschaft mit Geoinformationssystemen erläutert. Der Leser erhält die notwendigen Informationen, wie er Anteil am Projektgeschehen nehmen kann, sei es als angemeldeter Nutzer, Leser von Mailinglisten, Entwickleroder Teilnehmer an Mapping-Parties oder Konferenzen.
Teil II, OpenStreetMap für Mitmacher, werden zunächst Grundlagen über das Global Positioning System (GPS), Gerätetypen und Datenformate erklärt und Tipps für die Geräteauswahl und Umgang mit den Geräten gegeben. Anhang einer fiktiven Tour erfährt man konkret, wie die Umgebung mittels GPS-Gerät erfasst und für die spätere Kartierung dokumentiert werden kann. Der bei OpenStreetMap verwendete Modellierungsansatz wird einschließlich praxisrelevanter Attribute (tags) ausführlich vorgestellt und anhand komplexer Straßensituationen, wie Kreisverkehre oder Autobahnkreuze, detailliert behandelt. Die Autoren stellen die wichtigsten Editoren zum Digitalisieren und Aktualisieren von OSM-Daten, JOSM und Potlach, vor.
In Teil III: OpenStreetMap-Karten, geht es darum, aus den gemeinschaftlich erzeugten Daten wiederum Karten zu erzeugen. Die beiden Renderer Mapnik und Osmarender kommen nach einer Einführung in die grundlegenden Techniken ebenso zur Sprache wie die Konvertierung von Karten für die GPS-Geräte von Garmin. (OSM-Daten für Garmin GPS-Geräte gibt es z.B. bei raumbezug unter http://www.raumbezug.eu/ag/internet/osmGarmin.htm. Die Syntax der Regeln (rules) für die kartographische Visualisierung wird im Detail erläutert. Konkret wird dann anhand der APIs von Google Maps und OpenLayers gezeigt, wie die freien Kartendaten in eigene interaktive Kartenanwendungen für das Web integriert werden können. Die in diesem Zusammenhang wichtige Frage der Rechte an den Daten wird ebenfalls betrachtet.
Teil IV:, Hacking OpenStreetMap, richtet sich zunächst explizit an Softwareentwickler und vermittelt eine Übersicht über im Projekt verwendete Programmiersprachen, APIs sowie den Zugriff auf das Subversion-Repository. Auch für Nutzer der Daten ist die Beschreibung des kommandozeilenorientierten Werkzeugs Osmosis interessant. Dabei handelt es sich um einen universell einsetzbares Filter- und Konvertierungsprogramm. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Routing auf der Grundlage von OSM-Daten. Verschiedene Ansätze werden vorgestellt, wobei allerdings das nach Erscheinen des Buchs freigegebene Dienst http://www.openrouteservice.org/ der Universität Bonn noch unberücksichtigt ist. Abschließend wird in einem kurzen Kapitel der Betriebs eines eigenen OSM-Server behandelt. Im Anhang werden verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit Kartenprojektionen kurz beschrieben. Links zu Softwarepaketen sind tabellarisch unter dem Gesichtspunkt der Verfügbarkeit für verschiedene Betriebssysteme zusammengefasst.
Fazit Das Buch gibt eine umfassende Einführung in Nutzung von und Mitarbeit im OpenStreetMap-Projekt. Es ist von seiner Sprache her sehr angenehm zu lesen, ansprechend layoutet und auf gutem Papier gedruckt. Die 32 Farbtafeln in der Buchmitte geben einen guten Überblick über verschiedene Tools und Einsatzmöglichkeiten. Es wird deutlich, dass die Autoren über einen großen Erfahrungs- und Wissensschatz verfügen, der über OpenStreetMap hinausreicht; dies erklärt vielleicht, dass für Einsteiger dennoch bei den teilweise komplexen Softwarepaketen unerwartete Hürden auftauchen können. Für den Preis von 29,95 Euro ist das Buch ein sehr gelungenes, motivierendes Werk, dem der Rezensent weite Verbreitung wünschen möchte. Seit Juli 2008 steht nach nach ein leicht korrigierter Nachdruck des Werks zur Verfügung. Die Website zum Buch, http://openstreetmap.info/ , informiert über Neuigkeiten, Beispiele, Errata und die Autoren.
Weitere Informationen: http://openstreetmap.info/
Quelle: Dr. Franz-Josef Behr bzw. gis-news.de
Dienstag, 11. November 2008
GfK GeoMarketing veröffentlicht neue Karten für ganz Europa
Das Unternehmen hat aktuell für die jährliche Aktualisierung der europaweiten digitalen Landkarten recherchiert, dass es in Europa seit dem vergangenen Jahr insgesamt mehrere Tausend Änderungen von administrativen Gebietseinheiten wie Gemeindegrenzen und Postleitzahlen gab. Von Jahr zu Jahr reformieren viele Länder in Europa, besonders in Zentral- und Osteuropa, die regionalen administrativen und postalischen Verwaltungsstrukturen. So hat etwa Lettland 167 vierstellige Postleitzahlen (PLZ) weniger als im Vorjahr. Litauen hat dafür 106 fünfstellige PLZ mehr bekommen und auch Schweden weist 109 neue fünfstellige PLZ aus. Durch die komplette Neustrukturierung der Kreise in Sachsen-Anhalt bekommen 1.014 Gemeinden eine neue Kennziffer. Nach der Postleitzahlreform in Malta erhöht sich dort die Anzahl der dreistelligen PLZ von 28 auf 68.
Diese Änderungen und viele weitere in den 42 Ländern, die in der GfK Karten-Edition Europa enthalten sind, wurden in die neuen digitalen Landkarten übernommen. Damit liegen ab sofort zuverlässige und hochaktuelle Kartengrundlagen für alle Planungsaufgaben mit Ortsbezug für in Europa tätige Unternehmen vor.
Digitale Landkarten dienen etwa in der länderübergreifenden Expansions- oder Vertriebsgebietsplanung als Arbeitsgrundlage in GeoMarketing-Software oder geografischen Informationssystemen (GIS). In der Software wird auf den digitalen Landkarten die räumliche Verteilung von Unternehmensdaten und Marktpotenzialen analysiert.
Klaus Dittmann, Leiter der Kartografie von GfK GeoMarketing, erläutert: „Eine aktuelle Kartengrundlage ist im GeoMarketing entscheidend, da sonst etwa Adressinformationen von Standorten oder Kunden nicht korrekt in die Karten eingelesen werden können. GfK GeoMarketing aktualisiert daher seine europaweiten Karten jährlich. Der Recherche- und Arbeitsaufwand ist dabei immens, denn die Gegebenheiten sind in jedem Land verschieden.“
Die Karten der Europa-Edition gehören zur 240 Länder umfassenden, weltweit größten Sammlung digitaler administrativer und postalischer Karten von GfK GeoMarketing. Regelmäßige Überarbeitung und Ergänzung vorhandener Karten
Die Europa-Edition wurde im Zuge der Aktualisierung auch um völlig neue Karten und Details ergänzt sowie weiter verfeinert. Komplett neu digitalisiert wurden etwa die Karten der Länder Malta und Kosovo. Auch die rund 6.000 administrativen Gebietseinheiten in Polen – also alle Gemeinden, Stadt- und Landgemeinden, Kreise und Wojwodschaften – wurden komplett in neuer, noch detaillierterer Qualität, digitalisiert.
Erstmalig erstellt wurde im Rahmen der Aktualisierung 2008 auch eine höchst feinräumige fünfstellige PLZ-Karte der Türkei. Diese stellt eines der Highlights der GfK Karten-Edition Europa dar, da diese Karte in dieser Form einzigartig auf dem Markt ist.
Wie alle digitalen Landkarten von GfK GeoMarketing ist auch die neue GfK Karten-Edition Europa in allen gängigen Landkartenformaten wie .shp (ESRI), .mid/mif (MapInfo), .gdb (Geodatabase) und .lay (GfK GeoMarketing) erhältlich. Neben allen Änderungen seit 2007 enthalten die Landkarten im .lay-Format (GfK GeoMarketing) auch erstmalig umfassende Tele Atlas Straßenkarten inklusive aussagekräftiger Infrastrukturdaten für fast alle Länder. Die Infrastrukturdaten sind vor allem für europaweite Gebietsplanungen in der Gebietsplanungssoftware DISTRICT von GfK GeoMarketing unverzichtbar, da durch diese Daten natürliche Barrieren wie Flüsse oder Berge sowie die Verkehrsführung und Erreichbarkeiten von Kunden automatisch mitberücksichtigt werden.
Die neuen digitalen Landkarten für 42 europäische Länder sind länderweise sowie in West-, Ost- und Gesamt-Europa-Paketen bei GfK GeoMarketing erhältlich. Dazu passende GfK Kaufkraftdaten sind ebenfalls auf neuestem Stand europaweit verfügbar.
Weitere Informationen unter:
http://www.gfk-geomarketing.de/europa
oder unter:
http://www.raumbezug.eu/produkte/software.htm
(raumbezug ist ertifizierter Vertriebspartner der GfK GeoMarketing)
Montag, 10. November 2008
Expo Park Hannover geht mit OpenStreetMap-Standortkarte online!
Der Expo Park Hannover ist ein IT-, Medien- und Hightech- Gewerbepark mit integriertem FHH-Campus, der Deutschen Messe-AG als potenten Nachbarn, bester Infrastruktur und einer einzigartigen Vergangenheit,
Vor dem Hintergrund als IT-, Medien- und Hightechstandort, hat der Verein seine Internetseite (http://www.expo-park-hannover.eu/?page_id=71) um eine innovative Visualisierung des Standortes mit einer interaktiven Karte ergänzt.
Erstellt wurde die Kartenanwendung von der Fa. raumbezug aus Hannover (http://www.raumbezug.eu Sitz: Expo Park – CampMedia). Der Kartendienst ist auf jeder Seite erreichbar über einen Klick in die Grafik „Interaktive Karte“.
In der Interaktiven Karte sind in einem Kartenfenster drei unterschiedliche Kartenanwendungen vereint:
- die interaktive Karte des OpenStreetMap (OSM) Projektes
- Luftbilder und Straßenkarte von Google Maps
- der digitale Globus Google Earth mit den Anwendungen: 3D-Modelle, Flug über die Landschaft, Nacht- u. Himmelsansicht etc.
PROJEKT OPENSTREETMAP (OSM)
Die Besonderheit hierbei verbirgt sich hinter der Schaltfläche
Torsten Teubert, Mitinhaber der Firma raumbezug, hat mit einem GPS-Gerät die Pavillons, Gebäude sowie die Infrastruktur und Besonderheiten des Expo Parks erfasst. Sämtliche Daten bis hin zu den Briefkästen, dem Exposeeum oder der Expo-Uhr wurden aufbereitet und in die Open Street Map übertragen.
Damit ist der Expo Park der erste Gewerbepark Deutschlands, der vollständig und aktuell per GPS in der größten frei verfügbaren Weltkarte erfasst wurde.
Die Karte soll künftig auch als Navigationsbasis bei dem expopark.mobi-Portal, dem mobilen Online-Portal des Expo Park Hannover, als wegweisende Basis dienen.
Das Projekt OpenStreetMap (OSM) verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Eine immer größer werdende Gemeinschaft von weltweite bald fast 70.000 freiwilligen Kartographen stellt nach dem Prinzip der Online-Enzyklopädie Wikipedia im Internet eine möglichst korrekte und stets aktuelle digitale Weltkarte zusammen. Mit GPS-Loggern ausgestattet haben die so genannten "Mapper" seit 2004 Unmengen von Geodaten gesammelt und aufbereitet. Die Geodaten des OpenStreetMap-Projekts stehen unter einer Lizenz mit dem etwas kryptischen Namen Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0. Diese lässt die freie und auch gewerbliche Nutzung der Daten zu, solange OpenStreetMap als Quelle genannt wird und jedes abgeleitete Produkt ebenfalls wieder unter der gleichen Lizenz steht.
Je nach Gegend wird dabei der Informationsgehalt von Google Maps weit übertrifft. Wie gut der Expo Park Hannover von OpenStreetMap etwa im Vergleich zu Google Maps abschneidet, zeigt der kostenlose Webdienst Comparing Maps (http://geo.topf.org/comparison/) von Jochen Topf. Der Dienst bietet auch die Möglichkeit, verschiedene Darstellungen der OSM-Daten zu vergleichen, etwa als Fahrradkarte.
GOOGLE EARTH IM INTERNETBROWSER
Zusätzlich ist in der Kartenansicht des Expo Parks Hannover über ein Browser-Plugin der digitale Globus Google Earth integriert. Damit kann der digitale Globus in den gängigen Webbrowsern angezeigt werden.
Die Internetseite des Expo Parks Hannover konnte hierdurch mit 3D-Welt- und Gebäudeansichten im Google Maps Fenster ergänzen werden, was völlig neue Möglichkeiten zur virtuellen Erkundung des Expo Parks eröffnet.
Infos zum OSM-Projekt und den Anwendungsmöglichkeiten von Google Earth im Internetbrowser gibt es unter http://www.raumbezug.eu/news/osm.htm
Mit bestem Gruß

